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Heute ist Iris Domeh bei uns im Interview für euch. Die afrikanisch-deutsche Familie lebt in Nordrhein-Westfahlen. Iris Domeh kommt aus Deutschland, ihr Mann kommt aus Ghana. Empowerment in allen Bereichen des Lebens und die kulturellen Wurzeln beider Heimatländer sind ihnen sehr wichtig.

Im Gespräch mit Iris Domeh

Was ist euch bei der Erziehung eurer Kinder wichtig und welche Werte wollt ihr ihnen vermitteln?

Uns ist es wichtig, dass wir unseren Kindern Wurzeln in beiden Kulturen vermitteln. Deshalb haben wir zum Beispiel auch Kinderbücher aus Ghana, die wir ganz selbstverständlich vorlesen und Kinderbücher aus Deutschland. Wir möchten ihnen vermitteln, dass wir alle gleiche Rechte haben, auch wenn die Realität noch nicht so aussieht. Uns ist es auch wichtig, dass unsere Kinder ganz offen ihre Gefühle ausleben, sie dürfen fröhlich, traurig oder wütend sein. Das durften mein Mann und ich als Kinder beide nicht, das Problem kennen wahrscheinlich die meisten aus unserer Generation. Gefühle zu verbalisieren finde ich sehr wichtig. Mein Mann ist immer ganz erstaunt, wenn unsere Großen ausdrücken können, warum sie gerade wütend sind.

Zusätzlich möchten wir ihnen Vielfalt als Normalität vermitteln. Wir sind ja eine afrodeutsche Familie und da ist es einfach wichtig, dass unsere Kinder merken, dass wir zwar nicht dem Durchschnitt entsprechen, aber trotzdem normal sind. Das würde ich mir auch von anderen Familien wünschen 

Warum ist es euch wichtig, Nachhaltigkeit zu leben? Wie setzt ihr diese im Alltag um und habt ihr Tipps dazu für unsere Eltern?

Nachhaltigkeit ist uns wichtig, weil nur eine Veränderung bei uns, eine Veränderung für alle bedeuten kann. Im Alltag ist es so, dass wir möglichst Plastik vermeiden. Wir kaufen z.B. schon ewig keine Plastikflaschen mehr sondern sprudeln Leitungswasser. Seit unserem zweiten Kind benutzen wir Stoffwindeln, das klappt echt super. Wir kaufen die meiste Kleidung Second Hand und z.B. nie in Fast Fashion Konzernen. Obst und Gemüse kaufe ich schon seit Studienzeiten nur lose – dafür wurde ich früher im Supermarkt ganz schön schief angeguckt! Manchmal gönnen wir uns auch Produkte aus dem Unverpackt Laden oder vom Biobauernhof hier im Ort. Generell benutzen wir Sachen auch echt lange, versuchen zu reparieren und nicht sofort wegzuschmeißen.

Tipp von Iris Domeh:

Oft helfen schon Kleinigkeiten, wie zum Beispiel das Einsparen von Plastik durch Vermeidung von Verpackungen. Ganz klassisch: Stoffbeutel verwenden. Oder Leitungswasser aufsprudeln, das spart dann auch Geld. Bei Kleidung auch weniger günstige Kleidung kaufen, stattdessen second hand. Und Löcher oder ähnliches reparieren. Es gibt echt tolle Aufnäher zum aufbügeln. Wenn man mit den Kindern unterwegs ist, Glas- oder Aluflaschen mitnehmen und Snacks in wiederverwendbaren Dosen mitnehmen.

Was ist die größte Herausforderung in eurem Elternleben?

Ich denke, bei uns gibt es die ganz klassischen Herausforderungen, wie in jeder anderen Familie auch. Wer übernimmt welche Aufgabe, wer hat welche Rolle und wie setzen wir unsere Erziehungsideale um? Natürlich fordert es auch, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bekommen. Ich arbeite seit Mai wieder als Sozialpädagogin für 19.5 Stunden, nebenberuflich habe ich gerade mit einer Freundin ein Geschäft eröffnet. Charles arbeitet Vollzeit als Gärtner, da bleiben uns zwar  die Wochenenden zum Glück, in der Woche bedeutet es aber viel Organisation. Eine zusätzliche Herausforderung ist allerdings, dass was von außen an uns heran getragen wird. Rassismus und die Erwartung, dass wir als Familie scheitern werden. Denn auch wenn es jetzt hart klingt, oft gibt es Nachfragen, wenn Charles mal nicht dabei ist, ob wir uns getrennt hätten. Rassismus ist besonders schlimm, wenn er unsere Kinder betrifft und wir sie nicht davor schützen konnten. Das tut sehr weh.

Wie lebt ihr eure Bi-Nationalität in Deutschland?

Wir integrieren unsere deutsche und ghanaische Seite in das alltägliche Leben. Zum Beispiel tragen unsere Kinder auch viel Kleidung aus ghanaischen Stoffen, wir kochen ghanaisches Essen und haben, vor Corona, auch eine afrodeutsche Spielgruppe besucht. Letztes Jahr haben wir mit mehreren Freund*Innen einen Verein gegründet, mit dem wir uns in der afrikanisch-deutschen Community engagieren. Momentan starten wir dort ein Berufsmentoringprogramm.

Bei Instagram zu finden sind Iris und Familie unter: https://www.instagram.com/akwaabakua/

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