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Liebe Mamas, liebe Papas,

wie versprochen möchte ich euch heute mehr Wissen zur Diagnose Frontalnahtsynostose geben. Corinna Hölzle hatte in meinem vorangegangenen Artikel als betroffene Mutter beschrieben, wie sie als Eltern diese Diagnose ihres Sohnes erlebt haben.

Frontalnahtsynostose

Die Frontalnahtsynostose gehört zu den Kraniosynostosen. Sie beschreiben ein Krankheitsbild bei dem es zur vorzeitigen Verknöcherung einer oder mehrerer Schädelnähte kommt.  Diese Erkrankung kommt sehr selten vor. Sie hat eine Geburtsprävalenz von 1: 2500 Geburten.

Je nachdem welche Naht betroffen ist kommt es zu einer charakteristischen Kopfform. Da bei der Frontalnahtsynostose die beiden Stirnlappen frühzeitig verknöchern, entsteht eine Dreiecksform des Kopfes (Trigonozephalus).

Wichtig zu wissen

Der Schädel des Erwachsenen ist durch Schädelnähte knöchern verbunden. Beim Ungeborenen sind die diese Schädelnähte noch nicht verknöchert, sondern durch Bindegewebe verbunden, damit sich der Schädel sowohl für die Geburt, als auch für das Wachstum des Gehirns flexibel anpassen kann.Erst im Alter von ca. 14 Lebensjahren ist die Verknöcherung der Schädelnähte abgeschlossen. Der Schädel hat im Normalfall eine stabile, etwa runde Form angenommen.

Kraniosynostose

Bei der isoliert auftretenden Kraniosynostose, wie im Falle des Sohnes von Frau Hölzle, sind bisher keine Ursachen bekannt. Gelegentlich sieht man familiäre Häufungen, aber meist ist keine Ursache zu finden.

Die Gefahren bei diesem Krankheitsbild können erstmals bereits bei der Geburt auftreten.  Bei einer nicht erkannten Kraniosynostose, die bereits im Mutterleib stattgefunden hat, kann es zu einer gefährlichen Geburtsverzögerung kommen, da sich die Schädellappen nicht gegeneinander verschieben und dem engen Geburtskanal anpassen können.

Eine Indikation für einen Kaiserschnitt wäre gegeben.

Gefahr von erhöhtem Hirndruck

Im weiteren Verlauf ist es möglich, dass das Gehirn bei seinem Wachstum nicht genügend Platz findet und es zu einem erhöhten Hirndruck kommen kann. Neurologische Symptome wie Kopfschmerzen, Sehstörungen, Erbrechen, ein erhöhtes Schlafbedürfnis oder begleitende Entwicklungsstörungen sind Folge eines erhöhten Hirndruckes. Diese Situation stellt eine definitive Indikation für eine operative Korrektur dar.

In Fällen, in denen es keinen Nachweis für einen erhöhten Hirndruck gibt, kann es dennoch zu lokalen Durchblutungsstörungen und Stoffwechselstörungen des Gehirns mit entwicklungsneurologischen Störungen kommen.

Regelmäßige Untersuchungen

Um diese Gefahren frühzeitig zu erkennen werden die betroffenen Kinder in kurzen Abständen neurologisch, ophthalmologisch und körperlich untersucht.

Operationsindikation

Der kosmetisch auffällige Aspekt der Kopfform stellt eine relative Operationsindikation dar. Eine deutlich von der Norm abweichende Schädel- und Gesichtsform kann im späteren Leben zu psychischen Beeinträchtigungen der Kinder führen. Eine kritische Abwägung der Operationsrisiken in enger Absprache mit den Familien der kleinen Patienten ist in jedem Fall außerordentlich wichtig.

Hier habe ich für Euch einen Link zum Krankheitsbild gefunden:

Doktorarbeit der Uni Münter zur Kraniosynostose

Liebe Grüße

Eure Stefanie