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Die leidigen Ausnahmen in der Kindererziehung: Kennt ihr sicher, wenn man mit den Kindern spazieren gehen will und sie dann darauf bestehen mit den Rollern zu fahren. Na, wer weiß schon wie es jetzt weiter geht? Ich hör mich wiederholt sagen: “Wenn du den Roller mitnimmst, musst du den auch bis zum Ende fahren. Mama trägt den Roller nicht!” Dass die Kinder mich mit ihren 4 und 5 Jahren nickend ansehen und denken „Ja, ist schon klar Mama“ ist mir irgendwo ganz tief im Inneren schon bewusst, aber dieses Mal bleibe ich stark. Und wenn der Roller halt einfach nicht wieder mit nach Hause kommt, ist mir völlig schnuppe.

Keine 10 Minuten später

Dauert keine zehn Minuten bis Lulu meckert ihre Beine seien zu müde, um Roller zu fahren, ob ich sie bitte ziehen könnte. Daraufhin will Bella natürlich auch gezogen werden und um die Diskussion zu vermeiden, halt ich nun schon zwei Fahrzeuge an der Lenkstange. Spätestens, wenn es dann ein klitzekleines bisschen bergauf geht, sind wir so weit und mindestens eins, meistens bereits 2 von vier Kindern haben keinen Bock mehr auf Roller fahren.

Die Gründe dafür sind immerhin recht unterhaltsam

Von plötzlichen Fuß- und Handschmerzen über Müdigkeit, vergessen wie man überhaupt so ein Rollgerät fährt zu „ich wollte lieber Fahrrad fahren“ ist alles dabei. Mein Augenrollen alleine bereitet mir leichte Kopfschmerzen und ich verbringe eine Millisekunde damit mich für eine von zwei Optionen zu entscheiden. Ich bleibe standhaft, bestehe darauf, dass alle ihre Roller selber nach Hause fahren und nehme eine gute viertel Stunde Dauergemecker mit zunehmender Lautstärke in Kauf bis wir zu Hause sind.
ODER: Ich meckere selber eine Runde und trage den/die Roller nach Hause und die Kids sind happy. Gab es beides schon des Öfteren und ich weiß, ich habe mir das selber eingebrockt gleich beim ersten Mal als diese Situation stattfand.

Achtung bei Ausnahmen

Klare Ansagen sind wundervoll für meine Kinder zu verstehen, aber wehe, wenn ich anfange Ausnahmen zu machen. Holla die Waldfee, damit ist eine Diskussionslawine ausgelöst, die ich nur schwer wieder in den Griff bekomme. Wenn mein „Nein“ zum „Jein“ wird, dann wird aus meiner klaren Ansage plötzlich ein Witz.

Wie konsequent soll man denn eigentlich sein?

Sagen wir mal die Eltern vereinbaren, dass sie sich abwechselnd ihre Tochter ins Bett zu bringen, doch dann ist die Kleine plötzlich in einer Papa-Phase und macht mit Mama beim zu Bett bringen nur Terz, weil sie lieber den Papa da haben möchte. Gebt ihr da einfach nach und macht es eurer Tochter Recht, auch wenn es euch und euren Plänen vielleicht einen Strich durch die Rechnung zieht? Oder wie ist das, wenn es am Abend immer zwei Geschichten gibt und heute möchte dein Sohn noch eine dritte hören?

Eine Ausnahme führt schnell zur Nächsten

Eins ist dann bei uns ganz klar, wenn es heute drei Geschichten gibt, wollen die Kinder morgen vier oder fünf und die besondere Vorlesezeit wird plötzlich zum Stressfaktor, denn die Küche muss ja auch noch aufgeräumt werden und Me-Time für Mutti ist doch auch so wichtig. Wo ist da also die Grenze das Kind Entscheidungen treffen zu lassen und sich an Routinen festzuhalten? Ich komme wie so oft zu der Erkenntnis, dass Routine und Regelmäßigkeit uns als Familie guttut, sich das aber nicht immer mit meiner grundsätzlich eher Pippi Langstrumpfartigen Erziehung vereinbaren lässt.

Der Grad ist sehr schmal

Es ist teilweise ein sehr schmaler Grat zwischen konsequenter Durchführung von dem was wir uns vorstellen und dem was sich dann im jeweiligen Moment richtig anfühlt. Mein Ja bleibt definitiv immer ein Ja, ich lege viel Wert auf „versprochen ist versprochen“, solange es natürlich niemandem schadet oder gefährlich ist.

Und das zu meinem Nein

Mein Nein ist da allerdings eher etwas wackelig. „Kein Eis” bedeutet häufig doch ein Eis. Ich kann eigentlich ganz gut damit leben, dass ich mich regelmäßig von den Kindern um den kleinen Finger wickeln lasse, aber wenn ich wirklich ganz dringend ein ‘Nein’ brauche, dann bleibt es auch dabei. Und hey, spätestens wenn meine Kinder sich über das Tragen des Rollers ihrer eigenen Kinder aufregen, dann werde ich ein breites Grinsen auspacken und sagen „das kommt mir irgendwie bekannt vor.”

Fotos: twinsandmoretwins

Durch den Tag begleiten kann man Rebecca und Family auf @twinsandmoretwins Rebecca hat bei BARRIO ihre eigene monatliche Kolumne.
Weiter geht es im nächsten Monat mit einem neuen Thema.

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