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Kinder sind nicht nur unsere Zukunft, unseren Kindern gehört die Zukunft. Damit sie dort sicher ankommen, brauchen sie besonderen Schutz. Am 1. Juni ist der Internationale Kindertag, am 20. September der Weltkindertag und am 20. November der Internationale Tag der Kinderrechte, all diese Tage befassen sich mit dem Thema Kinderrechte und deren Umsetzung. 

Kinderrechte

Am Ende einer langen Kette der Rechte für Männer und Frauen steht dafür seit 1989 die UN-Kinderrechtskonvention. Ihr zu Ehren und um das Bewusstsein für die Rechte der Kinder weltweit zu stärken, feiern die Vereinten Nationen jedes Jahr am 20. November den Internationalen Tag der Kinderrechte. 

An diesem Tag übernehmen in vielen Klassenräumen die Kinder das Ruder. Sie lernen, was für einen Einfluss ihre Entscheidungen im Alltag haben und was für Rechte ihnen zustehen. Denn Kinder haben Macht. Als Erwachsene vergessen wir das manchmal, aber es ist so. Sie haben die Macht des Zukünftigen. Sie werden eines Tages entscheiden, wie es mit unserer Welt weitergeht. Bis es aber so weit ist, müssen sie sich an ihre Eltern halten. 

Eine Kindheit in Bullerbü

Die schwedische Kinderbuchautorin Astrid Lindgren war der Meinung, dass Kinder ein liebevolles Zuhause brauchen, mit Eltern, die sie gewaltfrei erziehen. Ohne Schläge und ohne Bestrafung. Ihre Kindheit sei geprägt gewesen von „Geborgenheit und Freiheit“, hat sie einmal gesagt. Damit hat sie wohl die Freiheit gemeint, als Kind an einem Sommertag ganz im Spiel aufzugehen, mit zerrissenen Hosen zu spät zum Mittagstisch zu kommen und trotzdem das Essen ohne Standpauke genießen zu dürfen.

Aus ihrer Sicht kümmern sich ihre Eltern nicht um strenge Regeln oder nichtige Verbote, sondern sind der Sicherungsanker ihrer Kinder in einer Welt, die diese erst noch entdecken müssen. Sie bringen ihnen bei, was wichtig und was unwichtig ist. Die Eltern schützen ihre Kinder dort, wo es notwendig ist, und geben ihnen Freiraum, wann immer sie ihn brauchen. Sie achten die Rechte und die Integrität ihrer Kinder. Diese Vorstellung hat Astrid Lindgren vor 40 Jahren in ihrer berühmten Rede „Niemals Gewalt“ zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels anschaulich beschrieben. Nur Kinder, die gewaltfrei erzogen wurden, können zum Frieden beitragen, war ihre Ansicht. Das ist auch heute noch ein erstaunlich aktueller Gedanke.

Astrid Lindgrens Rede hat die Entstehung der UN-Kinderrechtskonvention maßgeblich mitgeprägt. Kinder sollen in einer sicheren Umgebung aufwachsen dürfen und die Liebe und Fürsorge ihre Eltern erfahren. Sie haben Anrecht auf sauberes Wasser, gutes Essen und auf eine*n Ärzt*in, der*die sie behandelt. Überall sollen sie lernen und zur Schule gehen können. Und am wichtigsten: Bei Entscheidungen, die sie betreffen, müssen sie gehört werden. 

Kinder brauchen Raum, um sich zu entfalten

Als Eltern stehen wir heute vor vielen Herausforderungen. Wir müssen unsere Kinder im Umgang mit den neuen Medien begleiten, haben hunderttausend Erziehungsratgeber zur Auswahl und bewegen uns in zu vollen Städten und überhaupt zu wenig in der Natur. Wo bleibt da noch der Raum für eine freie Kindheit?

Das Ideal einer unbelasteten „Bullerbü“-Kindheit findet sich nicht notwendigerweise nur auf weiten Feldern und vor schwedischen Holzhäusern, sondern in uns.

Sobald wir unseren Kindern Gelegenheit geben, sich zu entfalten, und uns von ihrer kindlichen Fantasie anstecken lassen, entsteht ein Raum, in dem eine selbstbestimmte, freie Kindheit möglich ist. Wenn wir unseren Kindern vertrauen und sie sich ausprobieren dürfen und wir dabei ihre Rechte achten, ist eine freie Kindheit überall möglich, ob nun in Berliner Hinterhöfen oder in der Augsburger Vorstadt.

Bullerbü beginnt im Kopf, im Loslassen und Ausprobieren. Es zeigt sich, wenn wir Zeit als Familie verbringen und gemeinsam die Welt entdecken. Kinder sind von Haus aus fantasievolle Wesen. Wenn es uns als Gesellschaft gelingt, diese Fantasie zu erhalten, indem wir die Rechte der Kinder stärken und schützen, werden wir alle davon profitieren.

Olaf Bernstein

Mehr von Olaf und seiner Familie findet Ihr auf:

https://www.instagram.com/backpack_baby/  und  http://backpackbaby.de

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