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Arten der Mehrsprachigkeit

Es gibt mehrere Arten der mehrsprachigen Erziehung, die wir in unserem Umfeld ausmachen bzw. mit denen wir selbst konfrontiert werden.  Je nachdem in welchem Familienmodel man lebt, wird hierfür bereits eine Basis gelegt. Schauen wir uns die bilinguale Erziehung näher an.

Bilinguale Erziehung, natürliche Zweisprachigkeit

Das erste Model ist die natürliche Zweisprachigkeit, die sich ergibt, wenn ausländisch stämmige Eltern mit ihren Kindern in Deutschland leben und ihre Muttersprache mit den Kindern reden. Zusätzlich lernen die Kinder in ihrem Umfeld, wie Kindergarten, Schule, Freunde etc. die deutsche Sprache.  In Deutschland stellen türkischstämmige Eltern, dabei eine große Gruppe dar, aber auch jede andere Kombination, wie polnisch-,  russisch-, spanisch-stämmige Elternpaare sind denkbar.

Umgekehrt gilt das natürlich auch, wenn ein deutsches Elternpaar zum Beispiel aus beruflichen Gründen im Ausland lebt, die Kinder in deutscher Sprache zu Hause aufwachsen, aber gleichzeitig durch ihr Umfeld die Sprache des Landes lernen.  Kinder aus Mischehen, das heißt zum Beispiel mit einer spanischen Mutter und einem deutschen Vater, die von den Eltern in der jeweiligen Muttersprache erzogen werden, gehören auch der natürlichen Zweisprachigkeit an.

Intentionale Zweisprachigkeit

Es gibt allerdings auch immer mehr deutschsprachige Eltern, die sich bewußt dazu entschließen ihr Kind zusätzlich zu der deutsch Sprache in einer Fremdsprache zum Beispiel in Englisch, Spanisch oder Französisch zu erziehen ohne selbst Nativ Speaker zu sein.  Dies ist die Erziehung in einer Fremdsprache oder intentionale Zweisprachigkeit benannt.

Mischform 

Manche Kinder wachsen auch in einer Mischform auf, zum Beispiel wenn die Mutter Deutsche und der Vater Amerikaner ist. Sich beide dazu entscheiden, dass Englisch die Familiensprache ist, also auch die Mutter mit den Kindern Englisch spricht, wenn die Familie zusammen ist. Ist der Vater nicht zu Hause spricht sie dann wieder Deutsch mit dem Nachwuchs, um ihn auch in ihrer Muttersprache zu fördern.

Mehrsprachigkeit muß nicht von der elterlichen Erziehung her kommen, sondern kann wie bei der natürlichen Mehrsprachigkeit durch das Umfeld geschehen, z.B. wenn die Eltern nur ihre eigene Muttersprache sprechen, die Kinder aber durch ihr Umfeld, wie Schule, Freunde etc. eine weitere Sprache erlernen. Die ist bei vielen Migranten der Fall.

Dreisprachigkeit

Hierbei ist auch eine Dreisprachigkeit denkbar, wenn beide Eltern eine unterschiedliche Muttersprache mitbringen und mit den Kindern in der jeweiligen Muttersprache reden, das Umfeld noch eine 3. Sprache liefert.  Es gibt zunehmend auch monolinguale Eltern, die sich bewußt dafür entscheiden ihre Kinder in einer bilingualen Instituation in einer weiteren Sprache schulen zu lassen, das können zweisprachige Kindergärten und Kitas oder mehrsprachige Schulen bzw. internationale Schulen sein. Die Möglichkeiten hierzu wachsen gerade in den Großstädten, die auch eine kulturelle Vielfalt aufweisen.  Immer mehr Kinder wachsen in Deutschland von Geburt an mehrsprachig auf oder lernen bereits früh eine zweite Sprache. Mehrere Sprachen zu sprechen, hat viele Vorteile und das nicht nur in der Schule, sondern auch im darauffolgenden Berufsleben.

Vorteile der Mehrsprachigkeit

Mehrsprachig aufgewachsene Kinder sind später leichter in der Lage weitere Fremdsprachen zu lernen, da sie ein Sprachgefühl entwickelt haben. Außerdem entwickeln sie schon frühzeitig ihre kommunikative Kompetenz und können flexibler, kreativer und empathischer in Alltagssituationen reagieren.  Natürlich fördert die Mehrsprachigkeit auch die interkulturelle Kompetenzen.   Dazu gehört, dass man sich mit mehr Menschen unterhalten kann, aber auch, dass durch jede weitere Sprache das Interesse an der jeweiligen Kulturen gefördert bzw. erlernt wird.

Mehr zum Thema Mehrsprachigkeit lest Ihr in den nächsten Wochen bei uns.

Beitragsbild: Von Lemon Tree Images shutterstock.com

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