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Seit Ende 2019 reist Jennifer Zorn als digitale Nomadin mit ihrer kleinen Tochter durch die Welt. Auf ihrer Homepage lässt sie uns an ihren Erfahrungen und Inspirationen teilhaben. Außerdem begleitet sie andere auf ihrem Weg raus aus Deutschland und unterstützt zum Thema allein Reisen mit Kind. Weitere Themen, die sie privat und beruflich beschäftigen, sind: Human Design Readings (Erwachsener, Kind, Business und mehr), Audio Kurse, ihr Podcast und natürlich ortsunabhängig zu arbeiten.

Jennifer Zorn im Gespräch mit BARRIO

Was waren deine Beweggründe für diesen Weg und wie sehen eure Zukunftspläne aus?

Ich wusste schon lange, dass ich mal Deutschland verlassen und im Ausland leben werde. Ich bin immer viel und lange gereist und habe mich in Deutschland nie zu Hause und wohl gefühlt. Als 2017 meine Tochter geboren wurde, wurden diese Unterschiede noch größer. Auch als Mama passte ich nicht ins Bild. Wir bereisten dann zu zweit für 6 Monate 5 Länder in Südostasien in der Elternzeit und es war wundervoll. Es stärkte unsere Bindung sehr und mein Wunsch auszuwandern wurde immer größer. Bei einem weiteren Trip im Dezember 2018 nach Marokko fasste ich dann den Entschluss: Ich möchte mich irgendwie selbstständig machen und nach dem Master in Kunstwissenschaft das Land verlassen. Ich gründete meinen Blog www.zweiumdiewelt.de, in dem ich über meine Reisen schrieb und Alleinerziehenden Mut machte auch loszuziehen. Einige Monate später, warf ich meinen Timetable erneut über den Haufen. Ich beschloss meinen Master hinzuschmeißen und ins Vertrauen zu gehen und im November 2019 das Land mit unserem letzten Besitz in die Freiheit und Ortsunabhängigkeit zu verlassen.

Wie sieht euer Leben aus? Gibt es überhaupt den typischen Tag? 

Wir sind seit November 2020 in Zanzibar, Tanzania. Auf dieser wunderschönen Insel haben wir zum ersten Mal einen Freundeskreis gefunden, der die Insel zu einem zu Hause macht. Meine Tochter ist jetzt 4 Jahre alt geworden und geht seit einigen Monaten vormittags zu einer einheimischen Tagesmama mit internationalen Kids. Es ist das erste Mal, dass sie fremdbetreut wird. Dadurch hat sich unser Alltag strukturiert. Ich arbeite vormittags oder auch mal spät abends, wenn sie schläft, wenn ich einen Live Workshop habe. Die Nachmittage verbringen wir oft am Pool oder Strand mit Freunden und einem Haufen Kindern. Auf Instagram nehme ich meine Follower regelmäßig mit durch unseren Tag.

Wovon hängt es ab, ob ihr weiterzieht? Wie lange bleibt ihr in der Regel an einem Ort?

Bis die C-Krise kam, waren wir recht schnell und viel unterwegs. Ich habe immer nach meinem Bauchgefühl gehandelt, was die Auswahl der Reiseziele, Länder oder Städte anging. Wir blieben im Höchstfall 1-2 Monate in einem Land oder einer Stadt. Ich habe die Nomadin in mir ausgelebt und wir hatten auch nie eine intensive Bindung mit einem Ort vorher. Meine Kleine liebt das Reisen ebenso wie ich. Im März 2020 steckten wir dann in einem harten Lockdown in Indien fest, was für mich erstmal sehr schwer war. 6 Monate konnten wir nicht reisen (auch nicht innerhalb Indiens) und es war Regenzeit, also hatten wir wirklich nichts zu tun und kaum Kontakt mit anderen. Aber ich gründete in der Zeit mein Online-Business.

Welche Vorteile hat diese Art zu leben und zu reisen für euch beide bzw. auch für die Entwicklung deiner Tochter?

Wir leben 100% selbstbestimmt, außer wenn wir halt feststecken. Wir sind frei in unserer Tagesplanung und können theoretisch frei entscheiden, wo wir leben möchten. Ich lerne uns beide auf eine andere Art und Weise kennen, da wir ständig unsere Komfortzone verlassen müssen. Meine Tochter lernt schon früh andere Kulturen und Sprachen kennen. Sie bekommt ein Gefühl für die verschiedenen Länder der Welt. Nach fast 1,5 Jahren auf Reisen spricht sie Englisch und kann sich prima verständigen. Sie entwickelt ein anderes Verständnis für Dinge und ihre Umgebung. Sie wächst frei auf und wird keinen Druck haben in die Schule zu müssen, was sie und ich sowieso ablehnen. Sie bekommt von mir die Möglichkeit zu lernen, wann und was sie möchte.

Womit verdienst du auf Reisen das Geld für euren Lebensunterhalt?

Zu Beginn habe ich für wenig Geld als Texterin und virtuelle Assistenz gearbeitet. Dann fand ich besser bezahlte Jobs als VA und fing zusätzlich an andere Alleinerziehende als Coach zu unterstützen mit ihren Kindern zu reisen. Der erste Schritt in die richtige Richtung. Durch den Lockdown in Indien habe ich mich dann intensiv mit mir auseinandergesetzt und meine Businessidee fand mich. Seit letztem Jahr arbeite ich im spirituellen Bereich mit Human Design und erstelle Readings für Einzelpersonen/Familien (aber auch zum Thema Business), biete Online Kurse und Live Workshops zu Human Design und zur Auswanderung/ zum ortsunabhängigen Leben an und bin gerade an einem großen Projekt dran, was es so noch nicht auf dem deutschen Markt gibt. Ich helfe Menschen ihr Leben zu transformieren und liebe, was ich tue und gehe darin total auf.

Du hast dir ein Business im Bereich Human Design aufgebaut. Warum ist es so wichtig diesen Ansatz an andere Eltern heranzutragen?

Human Design ist ein super spannendes Tool, mit dem wir uns in unserer Persönlichkeit und unseren Bedürfnissen richtig tiefgehend erkennen können. Es ist unser Bauplan: Genauso sind wir!

Wenn wir unser Design und im Idealfall das unserer Kids verstehen, können wir anders miteinander umgehen lernen. Ich weiß dann, was ich brauche oder wie mein Kind tickt. Ich kann Verständnis und Akzeptanz dafür entwickeln. Es kann also ein Schritt in eine friedlichere Elternschaft und mehr Gelassenheit sein, denn ich als Elternteil habe nichts falsch gemacht! Mein Kind ist aus gewissen Gründen so, wie es ist, und das darf ich lernen zu sehen, zu akzeptieren und darauf aufbauend eine andere Strategie entwickeln.

Was ist deine Vision?

Ich wünsche mir, dass Kinder in ihrer Einzigartigkeit gesehen werden und wir aufhören sämtliche Lösungen aus den immer gleichen Ratgebern auf Kinder anzuwenden. Denn jedes Kind ist individuell in seinem Design und verdient diesen Blick. Wenn wir bei den Kindern die richtigen Bausteine legen, haben wir später starke Erwachsene, die auf ihre Energie achten können und sich ihrer Bedürfnisse bewusst sind.

Wieso ist es so wichtig bei der Erziehung die Bedürfnisse der Kinder zu sehen und zu verstehen?

Nur wenn ich weiß, was ich brauche, kann ich das kommunizieren lernen. Ich verbinde mich mit mir und sorge für mich. Das ist etwas, was wir oft verlernt haben. Dadurch entstehen viele Konflikte und auch (hohe) Erwartungen an andere. Jedes Kind hat ein anderes Human Design seit der Geburt. Erkenne ich seine Bedürfnisse, kann ich ihm geben, was es braucht und es lernt sich selbst kennen. Es versteht, dass es nicht falsch ist, wie es ist. Es wird nicht für etwas verurteilt. Es wächst damit auf, dass es/alles okay und richtig ist und dass es gesehen wird. Das ist pure Liebe und Wertschätzung. Das ist Verbindung.

Wie hat sich dein Leben als Mama seit der Geburt deiner Tochter verändert?

Ich habe noch nie eine so tiefe Liebe für einen Menschen empfunden wie für meine Tochter, das kennen sicherlich viele Eltern. Durch sie wurde ich stärker. Vor ihrer Geburt ging es mir psychisch für viele Jahre sehr schlecht. Ich lebte mit vielen Einschränkungen und vor allem viel Angst. Valentina gab mir die Richtung, die ich dringend brauchte und den Schubs für meinen/unseren Weg. Seitdem bin ich unheimlich gewachsen. Wir leben gerade ein Leben, dass ich mir vor Jahren nicht mal hätte vorstellen können. Wir sind unheimlich glücklich.

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Fotos: Jennifer Zorn

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