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Liebe Mamas, liebe Papas,

der Pseudokruppanfall ist für jeden, der ihn zum ersten Mal erlebt ein höchst bedrohliches Erlebnis! Sowohl für das betroffene Kind als auch für die Eltern oder Betreuungspersonen. Meistens tritt er nachts auf. Die Eltern wachen aus dem Tiefschlaf auf und hören ihr Kind schwer und laut Husten. Der Husten klingt fremd, wie ein Bellen. Das typische Zeichen des Pseudokruppanfalls. Das Kind hat akute Atemnot und erschreckt sich selber durch sein deutliches Geräusch beim Einatmen. Ihr hört beim Einatmen eures Kindes ein Geräusch, das einem rauen Ziehen ähnelt. In der Fachsprache ein inspiratorischer Stridor.

Angst greift um sich

Das Kind hat Angst. Es bekommt sehr schlecht Luft. Oft ist der Kopf hochrot, die Augen angstgeweitet und es schreit! Bitte folgt eurem ersten Impuls und nehmt euer Kind aus dem Bett vorsichtig hoch und beruhigt es. Verbergt euren eigenen Schreck so gut es geht, um das Kind nicht zusätzlich zu beunruhigen. Das ist das Schwierigste, aber auch des hilfreichste, was ihr im Falle eines akuten Pseudokruppanfalles tun könnt. Beruhigen und ruhig bleiben!

Ruhe bewahren und aussenden

Mein kleiner Bruder hatte diese Anfälle oft. Ich erinnere mich gut, auch wenn es heute 30 Jahre her ist. Das wichtigste war es, ruhig zu bleiben und ihm diese Ruhe zu übertragen. Wir sind dann immer ins Bad gegangen und haben das Wasser in der Badewanne voll auf heiß aufgedreht. Der entstehende Wasserdampf erleichterte ihm sofort das Einatmen. Den eigenen Schreck haben wir mit Singen ganz langsam beim Laufen des heißen Wassers reduzieren können und alle konnten sich beruhigen. Oft haben wir nach dem schlimmen Schreck auf dem Boden im Bad gespielt bis es ihm besser ging. Bei ihm wussten wir irgendwann, dass Erkältungen bei meinem kleinen Bruder fast regelmäßig von ein oder auch zwei Pseudokruppanfällen begleitet wurden. Immer gingen sie auf diese Weise vorbei und auch er kannte sich nach einer Weile aus und wollte sofort bei einem Anfall ins Bad, Wasser aufdrehen, Singen und am Boden spielen.

Krupp gehört zur Diphterie-Erkrankung

Pseudokrupp hat seinen Namen vom echten Krupp bekommen. Der echte Krupp gehört zur Erkrankung Diphterie, die durch das Bakterium Corynebacterium diphteriae hervorgerufen wird. Durch die Impfung gegen Diphterie sehen wir diese dramatische Erkrankung heute eigentlich nicht mehr. Die Diphterie ging einher mit dem Krupphusten, der meistens zum Todes führte.

Pseudokrupp wird durch Schleimhautschwellung hervorgerufen

Der Pseudokrupp, in der Fachsprache stenosierende Laryngitis, wird durch eine Schwellung der Schleimhäute im Bereich des Kehlkopfes ausgelöst. Durch die Schwellung sind die Atemwege verengt und es kommt zum typischen Bild des bellenden Hustens und dem Geräusch beim Einatmen. In den meisten Fällen wird die Schwellung durch einen Infekt mit typischen Erkältungsviren (z.B. RS-Viren, Parainfluenza-Viren u.a.) ausgelöst. Da die oberen Atemwege bei machen Kindern besonders eng angelegt sind, kann es zum Symptom des Pseudokruppanfalles kommen. Kleinkinder im Alter zwischen 3-5 Jahren sind am häufigsten betroffen. Jungs sind etwas häufiger betroffen. Familiäre Häufungen kommen vor.

Krankheitsbild:

  • Vor dem Auftreten eines Anfalls ist euer Kind meist erkältet und zeigt unspezifische Erkältungssymptome wie erhöhte Temperatur, Schnupfen, Husten, und Müdigkeit.
  • Der Anfall kommt meist in den Nachstunden, da flaches Liegen die Schwellung der Atemschleimhaut begünstigt.
  • Tagsüber zeigt euer Kind selten die Anzeichen eines Pseudokruppanfalls.
  • Der Pseudokruppanfall kann in unterschiedlichen Schweregraden auftreten.
  • Bei den meisten Kindern verläuft der Anfall ohne Komplikationen und geht nachdem die Schleimhäute abgeschwollen sind vorbei.
  • In seltenen Fällen droht Erstickungsgefahr.
  • Auf jeden Fall solltet ihr den Kinderarzt informieren.
  • Er wird euch Cortisonzäpfchen verschreiben, die ihr in den Kühlschrank legen könnt, um sie im Notfall schnell zur Hand zu haben. Habt keine Angst vor dem Cortison, denn genau für solche Notfälle steht dieses Medikament zum Glück zur Verfügung. Erst bei längerer, unkontrollierter Einnahme kann es zu den bekannten Nebenwirkungen kommen.
  • Auch ein Inhalator wird für betroffenen Kinder von der Krankenkasse übernommen. Das Inhalieren mit Kochsalz bei einem Infekt ist immer hilfreich, besonders für die Prophylaxe eines Pseudokruppanfalles oder auch im akuten Moment.

Risiken

In seltenen Fällen kann ein Pseudokruppanfall auch durch eine bakterielle Infektion hervorgerufen werden. Diese kann unbehandelt zu einer Mittelohrentzündung oder sogar Lungenentzündung führen und zu einer ernsthaften Erstickungsgefahr! Bitte sucht immer einen Kinderarzt auf. In manchen Fällen kann sich das Kind nicht beruhigen und steigert sich in die Verschlimmerung eines Anfalls so stark hinein, dass Erstickungsgefahr besteht. In diesem Falle solltet ihr ganz schnell den Notarzt rufen. In der Kinderklinik kann der Anfall rasch mit Inhalationen von Abschwellenden Medikamenten gelindert werden.

Seid ihr der Homöopathie zugewandt, dann lasst euch von eurem Homöopathen*in beraten. Aus meiner Erfahrung ist die Homöopathie bei Kindern mit Pseudokruppneigung sowohl in der Prophylaxe, als auch im akuten Anfall sehr hilfreich.

Bitte bleibt gesund!

Liebe Grüße, eure Stefanie

Beitragsfoto: shutterstock.com

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