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Warum Selbstfürsorge für Eltern so wichtig ist
Von Miriam Ringel

Als Eltern haben wir eine große Verantwortung und deshalb stehen die Kinder an erster Stelle. Das ist ganz natürlich und normal. Doch kritisch wird es dann, wenn wir unsere eigenen Bedürfnisse immer wieder hinten anstellen oder gar unterdrücken.
Hast du schon mal etwas für dich getan und hattest dabei deinen Kindern gegenüber ein schlechtes Gewissen? Dann bist du nicht alleine damit.
Im Coaching nennen wir das einen inneren Konflikt. Deine Rolle als Mutter oder Vater gerät in Konflikt mit deiner Rolle, die deine Bedürfnisse vertritt. In diesem Artikel wirst du deshalb erfahren, warum du kein schlechtes Gewissen haben musst. Ganz im Gegenteil sogar, warum du in Wahrheit deinen Kindern etwas Gutes tust, indem du auf deine Bedürfnisse achtest. Stell dir einmal vor, du würdest dein Auto so lange fahren bis der Sprit ausgegangen ist. Du würdest das rote Lämpchen, das da schon eine Weile leuchtet einfach ignorieren und weiter fahren, obwohl es klar ist, dass das Auto dann irgendwann stehen bleibt. Vielleicht dann sogar an einem ganz ungünstigen Straßenabschnitt.
Hört sich das verrückt an? Ja, das hört sich verrückt an, aber sehr viele Eltern machen genau das mit ihrem eigenen „Tank“. Sie übergehen einfach die roten Lämpchen in Form von Warnsignalen und fahren einfach weiter ohne den Zwischenstopp in der Tankstelle. Die Tankstellen für uns Eltern sind kleine Auszeiten, in denen Me-time oder auch We-Time, also Paarzeit, angesagt ist. Sie geben uns die Möglichkeit Energie zu tanken. Und letztendlich sind diese „Tankstellenstopps“ wichtig für uns und für unsere Kinder. Das hat etwas mit unserem vegetativen Nervensystem zu tun. Ein Teil unseres vegetativen Nervensystems ist der Sympathikus und ein anderer Teil der Parasympathikus. Wenn der Sympathikus aktiviert ist, dann sind wir bereit Leistung zu erbringen. Die Gefäße weiten sich, der Herzschlag erhöht sich und entsprechende Hormone werden im Körper ausgeschüttet. Dieser Zustand hat uns in der Urzeit die Möglichkeit gegeben vor Gefahr davonzulaufen oder auch zu jagen. Ist der Sympathikus aktiviert, verbrauchen wir unsere Energiereserven. Heute leben wir in einer Zeit, in der wir Dauerstress ausgesetzt sind: Arbeit, Haushalt, Freunde treffen, Musikschule, Fußball. Ein Termin folgt auf den nächsten. Ist hingegen der Parasympathikus aktiviert, passiert genau das Gegenteil. Unser Herzschlag verlangsamt sich und wir kommen in den Ruhemodus. Nur, wenn der Parasympathikus aktiviert ist, ist es unserem Körper möglich, Energiereserven aufzubauen. Du kannst dir also denken, was passiert, wenn wir es nicht mehr schaffen den Parasympathikus regelmäßig zu aktivieren. Unsere Energiereserven gehen irgendwann leer.
Was aber hat das jetzt mit deinen Kindern zu tun? Ganz einfach, wenn Eltern darauf zusteuern ihre Energiereserven zu verbrauchen, dann gehen sie in den Stromsparmodus. Und genau dann ist eine liebevolle Begleitung unserer Kinder einfach nicht mehr möglich. Die Nerven liegen irgendwann blank und schon ein umgefallenes Saftglas kann dann zu viel sein. Wir funktionieren dann nur noch und versuchen die wenigen Energiereserven so effizient wie möglich einzusetzen. Wir können also nur die besten Eltern für unsere Kinder sein, wenn es uns selbst gut geht und unsere Energiereserven regelmäßig aufgefüllt werden. Und genau deshalb sollten wir uns Auszeiten für unsere Kinder nehmen, denn sie haben die beste Version von uns verdient. Ich vergleiche das auch immer gerne mit einem Glas Wasser. Stell dir vor, Du bist das Glas und das Wasser ist deine Energie und Geduld.
Wann kannst du wohl am meisten Energie und Geduld geben? Dann, wenn das Glas überläuft, weil es so voll ist. Denkst du nun, ja ok, das habe ich verstanden, aber ich habe einfach keine Zeit für mich? Diesen Satz höre ich in meinen Coachings sehr oft.
Doch es ist alles eine Frage der Organisation und des Teamworks. Zunächst finde ich es wichtig, sich eine Me-Time Liste und gemeinsam mit dem Partner eine We-Time Liste zu erstellen.
Was genau möchtest du mit deiner Me-Time anfangen? Was tut dir gut und mit was kannst du deinen Akku wieder aufladen? Ist es z.B. Sport, Zeit, die du mit Freunden verbringst oder einfach nur Zeit mal wieder ein Buch zu lesen? Bitte denke beim Erstellen der Liste daran, dass Du auch genügend Aktivitäten darauf stehen hast, bei denen der Parasympathikus aktiviert wird, wie z.B. Yoga oder eine Massage. Sobald du nämlich ein konkretes Ziel vor Augen hast, wie oft du Me-time hast und was genau du mit deiner Me-time anfangen willst, wirst du dir diese Zeit viel eher nehmen. Dabei solltest du immer im Hinterkopf haben, dass deine Kinder die beste Version von dir verdient haben und Du deshalb gut für dich sorgen solltest. Und auch eine We-Time Liste mit deinem Partner führt dazu, dass ihr euch konkret Gedanken macht, was ihr gemeinsam tun werdet. Überlegt auch, wie ihr euch We-Time nehmen könnt. Wie oft möchtet ihr We-Time haben und wer kann sich in dieser Zeit um euer Kind /eure Kinder kümmern? Wenn alle diese Fragen geklärt sind, dann steht der Auszeit nichts mehr im Weg. Und nun wünsche ich viel Spaß beim Auszeit nehmen, ganz ohne schlechtes Gewissen. 

Alles Liebe deine
Miriam

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Meinen ersten Artikel bei BARRIO könnt ihr hier lesen. Es geht um das Thema „5 Tipps – Raus aus dem Alltagsstress als Working Mum„.

Miriam Ringel